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MitteilungVeröffentlicht am 10. Juli 2025

Klima-Gewächshäuser für die Pflanzenforschung

Das Agrarforschung-Kompetenzzentrum des Bundes, Agroscope, erneuert die Gewächshausinfrastruktur am Standort in Zürich-Reckenholz. Die Spezialbauten erlauben eine bedarfs- und zukunftsorientierte Forschung für die Pflanzenzüchtung und die agrarökologische Systemforschung. Sie erfüllen zudem hohe Anforderungen an Energieeffizienz und ökologische Bauweise. Die Baubewilligung für das Projekt liegt seit Juni 2025 vor, somit wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht.

Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, erneuert die Gewächshausinfrastruktur am Standort Zürich-Reckenholz. Ein Teil des Gewächshaus-Ensembles wird durch vollklimatisierte geschlossene Gewächshäuser ersetzt, welche bestehende, klassische Glasgewächshäuser ergänzen. Zudem werden Nebengebäude, die ebenfalls für die Pflanzenforschung benötigt werden sowie die Gebäudetechnik instandgesetzt.

Das Bundesamt für Bauten und Logistik führte ein offenes Auswahlverfahren gemäss dem Leitfaden «Öffentliche Beschaffungen mit Dialog für Planungsleistungen» durch. Für die Umsetzung wird der Standard Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS und Minergie-ECO angestrebt. Die Bewilligung für die etappierte Standorterneuerung wurde im Juni 2025 erteilt. Die Inbetriebnahme ist für 2028 geplant. Die Kosten für die 1. Etappe werden mit 29,5 Mio. Franken veranschlagt.

Teil der Standortstrategie

Die Erneuerung der Gewächshausinfrastruktur am Agroscope-Standort Reckenholz  trägt zur Konzentration der Forschungsinfrastruktur bei. Dadurch wird der Betriebsaufwand mittel- und langfristig gesenkt und die vom Bundesrat im November 2018 verabschiedete «Standortstrategie Agroscope» umgesetzt. Die Schwerpunkte für das regionale Forschungszentrum Agroscope Zürich-Reckenholz liegen in der Pflanzenzüchtung und Sortenentwicklung sowie in der Agrarökologie und bei natürlichen Ressourcen.

Zur Erneuerung der Forschungsinfrastruktur von Agroscope Zürich-Reckenholz werden geschlossene Gewächshäuser benötigt, die spezifisch auf die Pflanzenforschung ausgerichtet sind und modulare Testeinheiten für wissenschaftliche Experimente enthalten. Darin können die Forschungsarbeiten im geschützten und vollklimatisierten Milieu durchgeführt werden. Die Licht- und Klimatischenbedingungen lassen sich flexibel anpassen.

Nachhaltige Bauprinzipien

Die Forschungsbauten werden nach den wesentlichen Prinzipien des nachhaltigen Bauens erstellt. Gemäss aktuellem Planungsstand (Frühjahr 2025) werden folgende Anforderungen erfüllt: Das Haupttragwerk ist einfach rückbaubar, so dass die Bauteile nach einem späteren Rückbau wiederverwendbar sind. Photovoltaikelemente an der Aussenhülle werden die Sonnenenergie zur Eigenstromproduktion nutzen. Im Innern wird energieeffiziente LED-Technik zur Grundbeleuchtung und zur Simulation von Tageslicht verwendet. Zudem wird das Dachwasser gesammelt und für die Bewässerung der Versuche genutzt und somit der Trinkwasserverbrauch reduziert.

Die etappierte Erneuerung wird an die Arealfernwärme aus einer Holzschnitzelheizung angeschlossen. Ebenso wird Abwärme aus den Kälteanlagen vor Ort für die Wärmeversorgung des Gebäudes genutzt.