Erfolgreicher Abschluss des Bauvorhabens Verwaltungszentrum Guisanplatz, 2. Etappe
Mit dem erfolgreichen Abschluss der 2. Ausbauetappe enden fast zwei Jahrzehnte Planen und Bauen für das Bauvorhaben Verwaltungszentrum Guisanplatz in Bern. Am 20. August 2026 übergab Pierre Broye, Direktor des Bundesamtes für Bauten und Logistik BBL, das neue Verwaltungsgebäude D an die zukünftigen Nutzerorganisationen Armeestab, Logistikbasis der Armee und Kommando Ausbildung. Das Gebäude wurde mit «Platin» ausgezeichnet, der höchsten Zertifizierung des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz.
Gebäude D weiss sich in seinem Umfeld zwischen Stadion Wankdorf, Bernexpo und den anderen Verwaltungsgebäuden nicht nur zu behaupten, es setzt einen eleganten, eigenständigen Akzent im Norden des Areals. Schmal und lang, auf zirka 100 mal 40 Metern, sechs Stockwerke hoch, prägt den äusseren Eindruck die helle Natursteinfassade mit einem ruhigen Rhythmus von Fenstern und Loggien. Diese Ansicht, zusammen mit dem zweigeschossigen Laubengang beim Eingangsbereich und dem vorgelagerten, naturnah angelegten Aussensitzplatz verweist auf die Gestaltungsentscheidung, Stadtraum nachzuempfinden, ins Gebäude zu holen und im Inneren nachzubauen: Mit unterschiedlichen Geschosshöhen, Aus- und Durchblicken, mit Gemeinschaftsflächen und Sitzungsbereichen auf allen Geschossen, die wie kleine Plätze genutzt werden können.
Grundlage dafür war ein Überbauungskonzept, welches das BBL 2009 in einem Architekturwettbewerb ausarbeiten liess. Aebi & Vincent Architekten aus Bern gewannen und setzten die erste Etappe von 2013 - 2019 um. Die 2. Bauetappe begann am 25. Januar 2021 mit dem Rückbau der Garagen- und Werkstattgebäude des ehemaligen Armee- Motorfahrzeugparks AMP und endete am 24. Juni 2026 mit der Bauwerkübergabe eine Woche früher als geplant. Gebäude D bietet Raum für 1200 Arbeitsplätze auf einer Geschossfläche von 30'000 qm.
Zentraler Begegnungsort ist das Atrium unter einer gläsernen Dachfläche, die Tageslicht bis ins Erdgeschoss bringt. Hier überreichte Pierre Broye, Direktor BBL, in einer würdevollen Zeremonie drei symbolische Schlüssel an die Vertreter der Verwaltungseinheiten des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS. Er beschrieb den Moment als Beginn einer neuen Ära. «Wir wollten für diesen Neuanfang optimale Bedingungen kreieren», so Direktor Pierre Broye. «Seit der Lancierung des Architekturwettbewerbs ging es darum, ein zukunftsfähiges Arbeitsumfeld zu schaffen, das sich ohne grosse Eingriffe an wandelnde Bedürfnisse anpassen kann».
Die dafür erforderliche Zusammenarbeit in planungs- und gewerkeübergreifenden Teams gelang und wurde mit drei Zertifizierungen belohnt: «Platin» des Standards Nachhaltiges Bauen Schweiz SNBS, GI Gutes Innenraumklima und Minergie-P-ECO.
Eine Besonderheit war die Baugrube: Rund um die Baustelle war kaum Platz für die Baustellenlogistik, so dass zeitweise die Baugrube selbst als Lagerfläche für Baumaterial genutzt wurde. Das Bauen im Grundwasser stellte hohe Anforderungen an den Baugrubenabschluss. Um die Qualität zu gewährleisten und den Baulärm für die unmittelbar betroffenen Nachbarn zu senken, kamen gleichzeitig vier Spezialtiefbauverfahren zum Einsatz.
Die Raumstrukturen sind nach den Konzepten «Multi Space» und «Flexible Arbeitsformen» geplant und umgesetzt. Aufteilung und Möblierung ermöglichen Desksharing, kleinere und grössere Sitzungszimmer, Orte für informelle Gespräche, Plätze für Projektarbeiten, kreatives Denken im Team oder stilles Arbeiten. Für die Nutzerorganisationen bietet dies ganz neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit, da die Verwaltungseinheiten des VBS bislang an zehn verschiedenen Standorten tätig waren. Zusammen, in einer modernen, vernetzten Arbeitsumgebung mit kurzen Wegen zu arbeiten, dient nun den Menschen und der Aufgabe.
Das intelligente und ökologische Energie- und Gebäudetechnikkonzept umfasst die Energieversorgung durch Solarzellen, Abwärmenutzung, Erdwärme-Sonden und ein Feld mit Energiepfählen. Ausserdem nutzen die Anlagen die jahreszeitlichen Temperaturschwankungen im Boden nicht nur für Wärmegewinnung, sondern auch zum Kühlen im Sommer.
Am Guisanplatz ist auf dem ehemaligen eidgenössischen Zeughausareal eine Vision Wirklichkeit geworden. Einst war der Standort Teil einer bedeutenden Militäranlage. Ab jetzt arbeiten die Mitarbeitenden der Verwaltungseinheiten VBS, der Bundesanwaltschaft, dem Bundesamt für Polizei (fedpol), dem Bundesamt für Rüstung (armasuisse) und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) an einem Ort zusammen.
Die Projektwebsite dokumentiert das Bauvorhaben Gebäude D ausführlich:
www.verwaltungszentrum-guisanplatz.ch









